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Machen Computerspiele süchtig?

Mittwoch, 14. Mai 2008

Im Bundestag fand am Mittwoch den 09.04.2008 ein Kultur- und Medienausschuss statt, welcher das Thema „Onlinesucht“ behandelte. In diesem Zusammenhang wurde ebenfalls darüber debatiert welche Risiken aus der permanenten Nutzung von Online-Spielen entstehen können. Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. hat zu diesem Thema die Stellung bezogen.

Die Experten waren der Meinung, dass bisher zu wenige Erkenntnisse gewonnen werden konnten um eine wissenschaftliche Beurteilung zum Thema Online-Sucht abliefern zu können. Es wurde davon abgeraten mit voreiligen Maßnahmen an die Öffentlichkeit zu treten. Der BIU hat dieser Sichtweise zugestimmt und stand voll und ganz hinter den Experten. Vor allem durch die begrenzte Spieldauer der mehrheitlichen Computerspiele hielt sich das Suchtpotential in Grenzen. Nur in wenigen Ausnahmefällen kann man von exzessivem Spielverhalten reden, doch diese Einzelfälle lassen sich nicht pauschalisieren.

Die Industrie hat bereits weiter gedacht. Es gibt bei Betriebssystemen, Spielkonsolen und sogar bei Online-Rollenspielen verschiedene Einstellungsmöglichkeiten, welche ein exzessives Ausnutzen der Computerspiele verhindern soll. Diese technischen Mittel helfen dabei die Spieldauer zu begrenzen und in ein geregeltes Maß zu bringen. Eltern können ihren Kindern festgelegte Tageszeiten anbieten, zu welchen die Kinder dann sich den Spielen hingeben können. Eltern und Politiker müssen dabei an einem Strang ziehen, denn die Kinder werden immer mehr einem starken Medienkonsum ausgesetzt. Bei vielen Spielen mit unbegrenzter Spieldauer werden bereits Warnhinweise eingeblendet, welche den Spielern eine Spielpause empfehlen.

Während der Anhörung wurde ebenfalls vorgeschlagen Sucht- und Warnhinweise auf den Spielverpackungen anzubringen. Doch der BIU ist der Meinung, dass es kaum im Vorfeld möglich ist, süchtig machende Spiele von den anderen zu unterscheiden.