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Rückblende: Immer mehr gefährliches Spielzeug

Freitag, 9. Mai 2008

Laut einem Zeitungsbericht wurden von den EU-Aufsichtsbehörden im Jahr 2007 weitaus mehr Spielzeuge als gesundheitlich Schädlich deklariert als noch 2006. Insgesamt wurden im Verlauf von 2007 bis Dezember rund 409 Spielzeuge als gefährlich oder besonders gefährlich eingestuft. Das sind 85% mehr Spielzeuge als noch im Jahr 2006.

Die Erhöhung der bemängelten Ware liegt nicht an der verschärften Kontrolle von Spielzeug. Man ist nach denselben Verfahren vorgegangen wie in den Jahren zuvor. Insgesamt musste die europäische Aufsichtsbehörde keine Produkte derart oft bemängeln wie Spielzeuge. Insgesamt machte die Spielwarenindustrie mit ihren Produkten ein Drittel der als unsicher gemeldeten Produkte auf dem europäischen Markt aus. Das Ursprungsland der bemängelten Ware war in den meisten Fällen China oder ein anderes asiatisches Land.

Es gab vor allem zwei Beanstandungsgründe, welche sich im Jahr 2007 rapide verschlechterten. Zum einen wurde ein Großteil der Spielzeuge vom Markt genommen, da eine zu große Gefahr bestand, dass die Kinder Kleinteile einatmen oder verschlucken könnten. Die Teile waren meist unsachgerecht an den Spielzeugen angebracht und konnten leicht von diesen abgelöst werden. Der zweite große Kritikpunkt der Behörden war die extreme chemische Belastung, welche bei den Produkten verwendet wurde. In vielen Fällen wurden die zulässigen Maximalwerte, welche in Europa festgelegt sind, bei weitem überschritten und das Spielen mit diesen Waren wurde zu einem Hochseilakt.

Das EU-Schnellwarnsystem Rapex informiert die EU-Staaten mit seinen Gefahrenmeldungen. Die Jahresbilanz dieses Schnellwarnsystems soll laut Angaben in der kommenden Zeit vorgelegt werden. Somit wird in Zukunft das Erkennen von gefährlichem Spielzeug transparenter gemacht und durch schärfere Kontrollen das Spielen wieder sicher gemacht.

War Mattel selbst verantwortlich für die Rückrufaktionen?

Sonntag, 4. Mai 2008

Es begann alles im letzten Jahr im August, als Mattel mit verschiedenen Rückrufaktionen begann Spielzeug wieder vom Markt zu nehmen. Damals schob man die gesamte Schuld der chinesischen Spielzeugindustrie und den chinesischen Herstellern in die Schuhe. Doch nun gab Mattel eine öffentliche Entschuldigung gegenüber China ab. Darin wird bestätigt, dass der Spielzeuggigant selbst für die Fehlproduktionen verantwortlich war und die chinesischen Hersteller damit nicht belastet werden können.
Die Entschuldigung wurde auf einem Meeting in Beijing von Thomas Debrowski, welcher Executiv-Vizepräsident bei Mattel ist, vorgelesen in der Anwesenheit eines älteren chinesischen Beamten. In dem Brief wird die Schuld der chinesischen Hersteller minimiert und Mattel nimmt die meiste Verantwortung auf die eigene Kappe.

Herr Debrowski sagt: „Mattel übernimmt die volle Verantwortlichkeit für diese Rückrufe und entschuldigt sich persönlich bei dir, bei den chinesischen Leuten und bei allen unsere Kunden, die die Spielwaren erhielten.“ Diese Entschuldigung kommt eher überraschend, denn noch vor kurzem ließ der Hauptgeschäftsführer von Mattel verlauten, dass Mattel von den asiatischen Vertragspartnern im Stich gelassen wurde.

Mattel hatte innerhalb von wenigen Monaten 21 Millionen Spielwaren zurück gerufen, welche in China hergestellt wurden. Nur einige dieser Spielwaren wurden zurück gerufen, weil sie übermäßig mit chemischen Stoffen belastet waren. Rund 18 Millionen Spielwaren musste Mattel zurückrufen, da sie Konstruktionsfehler enthielten. Die Puppen, Stofftiere und weitere Spielwaren enthielten kleine Magnete, welche hätten verschluckt werden können.

Mattel muss seine Geschäftskontakte wieder etwas aufpolieren, denn immerhin werden rund zwei Drittel der gesamten Spielwaren im fernen Osten produziert. „Sie müssen etwas von ihrem Geschäftsverhältnis zu China retten. Sie benötigen das Wohlwollen der Regierung, “ meint Professor Joe Lampel. Mattel musste die Entschuldigung einreichen, da die chinesische Regierung immer heftiger gegen das Vorhaben des Großkonzerns argumentiert hatte. Mattel beschädigte den Ruf der chinesischen Industrie und stellte die Qualität der chinesischen Produkte in Frage.