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Die Bilanz der Spielwarenmesse in Nürnberg 2008

Mittwoch, 27. Februar 2008

Man könnte meinen, dass die Stimmung bei den Spielwarenherstellern aufgrund der vielen Skandale auf dem Tiefpunkt angekommen ist. Dem ist jedoch keines Falls so. Die Nürnberger Spielwarenmesse war ein Paradebeispiel für den Optimismus der Spielzeugbranche. Den Veranstaltern zufolge hat sich die Besucherzahl nicht verringert und ist weiterhin auf Rekordniveau. Nun hoffen die Hersteller und Händler, dass das Jahr 2008 ebenso erfolgreich wird wie die Spielwarenmesse.

„Das Stimmungsbarometer auf der Spielwarenmesse hat eindeutig positiv ausgeschlagen“, sagte Ulrich Brobeil vom Deutschen Verband der Spielwarenindustrie. Die komplette Branche erwartet eine Umsatzsteigerung von ca. drei Prozent für das Jahr 2008. Besonders deutsche Spielwarenhersteller können sich freuen, denn durch die Skandale des Jahres 2007 wurde der Konsument qualitätsbewusster und achtet nun beim Kauf von Spielzeug eher auf die Qualität als auf den Preis. Jedoch bleibt der Wettbewerb trotz alle dem vorhanden, da der Geburtenrückgang ein Indiz für einen Wachstumsrückgang sein kann. Trotz alle dem ist man frohen Mutes. Vor allem der Spielwaren-Einzelhandel profitiert von der verstärkten Nachfrage nach Qualitätsspielzeug und der damit verbundenen Beratung. Man versucht das Vertrauen der Kunden zurück zu gewinnen.

Insgesamt besuchten auch dieses Jahr 80.000 Besucher die sechstägige Spielwarenmesse. Dabei sank der Anteil der deutschen Fachbesucher aber im Gegensatz zum letzten Jahr. Die Besucherzahl konnte jedoch trotzdem gehalten werden, da die Spielwarenmesse im Ausland immer beliebter wird. Insgesamt besuchten Gäste aus 118 Nationen die Messe. Die größten Besucherzuwächse waren aus den osteuropäischen Ländern und aus Südamerika. Besonders hervorzuheben ist der Zuwachs an brasilianischen Besuchern. Diese Zahl ist um 38 Prozent im Gegensatz zum Vorjahr gestiegen. Laut Veranstalter kommt mittlerweile rund die Hälfte aller Gäste aus dem Ausland.

Eine weitere erfreuliche Nachricht ist die Verringerung der vorhandenen Plagiate. Im letzten Jahr wurden noch 22 Raubkopien auf der Toy Fair gezählt. Dieses Jahr verringerte sich diese Zahl auf nur 12 Fälle. Man hofft, dass dieser Abwärtstrend auch im nächsten Jahr anhält. Die 60. Nürnberger Spielzeugmesse beginnt nächstes Jahr am 5. Februar.

Der Toy Award 2008

Mittwoch, 20. Februar 2008

Dieses Jahr ging der Toy Award in die vierte Runde. Bereits seit dem Jahr 2004 ist die Nürnberger Spielwarenmesse der Veranstaltungsort für den Toy Award. Die verschiedenen Aussteller können auf der International Toy Fair in Nürnberg ihre neuen Spielwaren und Spielzeuge für den Toy Award anmelden. Nachdem die Anmeldungen eingegangen sind beginnt das zweistufige Auswahlverfahren. Im ersten Schritt berät eine Experten-Runde über die Aufnahme der angemeldeten Spielzeuge in eine Kategorie. Dabei richten sich die Experten an einen Bewertungskatalog, welcher die Vorauswahl erleichtern soll. In jeder Kategorie werden 3 Produkte nominiert, welche daraufhin der Jury vorgestellt werden. Die ausschlaggebenden Entscheidungskriterien sind die Innovation eines Produktes, das Produktkonzept und die eingeflossene Kreativität. Im nächsten Step werden die Spielzeuge auf ihre Qualität, die Materialien, die Bedienbarkeit und die Verständlichkeit hin bewertet.

Nachdem das alles abgeschlossen ist, trifft die Jury, in der zweiten Auswahlrunde, die definitive Entscheidung, welches Spielzeug einen Preis gewinnt. Die Jury setzt sich immer aus wichtigen Personen der Spielwarenindustrie zusammen. Im Jahr 2008 waren dies:

• Axel Dammler, iconkids & youth
• Margit Hoffmann, Hoffmann Spielwaren GmbH & Co. KG
• Otto E. Umbach, idee + spiel
• Martin Böckling, Spiel & Spaß GmbH
• Dr. Thomas Märtz, VEDES AG
• Andrew Dobbie, Gameplan Europe Ltd.
• Hans Jörg Iden, duo schreib & spiel
• Vincent Stozicky, JouéClub, Frankreich

Aus folgenden Kategorien musste die Jury das Spielzeug bewerten:

Elektronik + Technik
hierzu gehören zum Beispiel der Modellbau, Rennbahnen und anderes Spielzeug mit elektronischen Einheiten
Emotion + Erlebnis
dazu gehören zum Beispiel Puppen, Teddybären und andere Plüschtiere
Fun + Sport
in dieser Kategorie sind zum Beispiel Sportartikel, Kinderfahrzeuge und Outdoorprodukte vorhanden.
Klein + Fein
hier sind zum Beispiel Aufstellfiguren, Miniaturen und Themenwelten vorhanden
Kreativität + Design
in dieser Kategorie findet man Geschicklichkeitsspielzeug, Holzbauten, Modellbau und Bastelspielzeug
Spiel + Action
hier gibt es Gesellschaftsspiele und Spielfiguren
Trend + Lifestyle
in dieser Kategorie sind Spielzeuge und Produkte, welche sich an aktuellen Trends orientieren oder neue Trends schaffen.
Wissen + Lernen
in dieser Kategorie findet man Spielzeug zum Experimentieren, Musikspielzeug, Multimedia und optisches Spielzeug

Insgesamt wurden 269 Spielwaren eingereicht. Aus dem gesamten Sortiment hat die Jury folgende Gewinner ermittelt:

Kategorie: Fun + Sport
Produkt: Cosmic Catch / HASBRO GmbH
Kategorie: Emotion + Erlebnis
Produkt: UB Funkeys / Mattel GmbH
Kategorie: Kreativität + Design
Produkt: Winnie the Pooh´s Home / PLAYGO Europe BVBA
Kategorie: Spiel + Action
Produkt: Spielwelt Ägypter / PLAYMOBIL / Geobra Brandstätter GmbH & Co. KG
Kategorie: Trend + Lifestyle
Produkt: Welt der guten Küche / Huch & friends / Hutter Trade GmbH & Co. KG
Kategorie: Elektronik + Technik
Produkt: H2Go / Corgi International Ltd.
Kategorie: Klein+ Fein
Produkt: Löschfahrzeug & Flugfeldlöschfahrzeug / WIKING CONTROLL 87 / WIKING Modellbau
Kategorie: Wissen + Lernen
Produkt: Eye Clops – Das TV Mikroskop / Stadlbauer Marketing und Vetrieb GmbH

Ein Jahr der Skandale – der Rückblick

Sonntag, 17. Februar 2008

Strahlende Kinderaugen, kuschelige Teddys und aufregendes Technik Spielzeug, die Spielwarenbranche versucht immer eine heile Welt darzustellen. Doch der Ruf der Branche ist angekratzt. Das Image wurde vor allem durch Rückrufaktionen von gesundheitsgefährdendem Spielzeug aus China belastet und zudem verunsicherte es die Kunden immens. Das Problem ist, dass die Hersteller und Händler von der chinesischen Produktion abhängig sind, denn 60 Prozent des weltweit hergestellten Spielzeugs kommt aus China. „Das Jahr 2007 war für die Spielwarenindustrie sicherlich eines der schwierigsten in der jüngeren Zeit“, erklärt Werner Lenzner vom Marktforschungsinstitut Eurotoys.

Das ganze Debakel begann im August 2007 mit der Rückrufaktion von Mattel. Der größte Spielzeughersteller zog rund 20 Millionen in China hergestellte Spielzeuge aus dem Verkehr. Grund dafür waren die starken Sicherheitsgründen, welche von zu hohem Bleigehalt und gefährlicher Kleinmagnete ausgingen. Im Nachhinein versuchte Mattel die Lage zu entschärfen und bestätigte, dass der Großteil der zurück gerufenen Spielwaren lediglich Designfehler aufwiesen.

Aber ab dem Zeitpunkt fingen die Rückrufaktionen erst richtig an. Den Höhepunkt erreichte der Skandal als in den USA die komplette Serie der „Aqua-Dots“ zurück gerufen wurde. Die Serie wurde ebenfalls in China hergestellt. Einige Kinder verschluckten die kleinen Kunststoffkugeln und erkrankten an ihnen. Die Debatte über schärfere Sicherheitskontrollen ist losgetreten. Günter Verheugen, EU-Industriekommissar, präsentierte in jüngster Zeit einen Gesetzesvorschlag, welcher die Sicherheit beim Spielzeug weiter verschärfen sollte. Auf die Spielzeugindustrie kommt eine große finanzielle Belastung zu. „Das lässt nichts Gutes erwarten“, meint Michael Sieber, der Chef der Fürther Simba-Dickie-Gruppe.

Wer zurzeit nicht in China produziert, bleibt von der Debatte verschont. So gaben Branchengrößen LEGO und Playmobil bekannt, nur einen sehr geringen Teil ihrer Bausteine in Asien fertigen zu lassen. Durch die hitzigen Debatten wurde das ungefährliche Spielzeug von Playmobil und LEGO beliebter. Damit es auch den anderen Firmen so geht wie LEGO und Co. verschärfte nun die chinesische Regierung die Sicherheitskontrollen stark. Viele hunderte Spielzeugfabriken verloren ihre Exportlizenz, was in 2008 eventuell zu Lieferengpässen führen kann.

Die Skandale der vergangenen Monate geht auch nicht an der größten Spielwarenmesse der Welt – Der Nürnberger Spielwarenmesse – spurlos vorbei. Es wurde zum ersten Mal seit Jahren ein Rückgang bei den chinesischen Ausstellern verzeichnet. Trotz alle dem fangen sich 2676 Aussteller aus 61 Ländern in Nürnberg ein, um ihre Produkte dem Fachpublikum, welches aus 80.000 Besuchern bestand, zu präsentieren. Das Motto der diesjährigen Spielwarenmesse ist zwar „spielend lernen“, jedoch wurde auch Spielzeugsicherheit groß geschrieben. So kamen eine Menge Prüfinstitute zur Messe, um die neuesten Prüfverfahren vorzustellen.

Eines ist für das Jahr 2008 sicher. Die Preise für Spielzeuge werden deutlich angezogen. Die gestiegenen Löhne in China, die steigenden Energie- und Rohstoffkosten und die Kosten für aufwendigere Qualitätskontrollen werden die Preise voraussichtlich um 15 Prozent ansteigen lassen.

Spielzeugsicherheit – Ein zentrales Thema der Spielwarenmesse in Nürnberg

Samstag, 26. Januar 2008

Nach den vielen Skandalen rund um Spielzeugsicherheit und Spielzeug aus China, haben sich die Veranstalter der Nürnberger Spielwarenmesse dazu entschieden, das Thema Spielzeugsicherheit ganz groß zu schreiben. Die Nürnberger Spielzeugmesse ist die internationale Leitmesse der Branche und besitzt einen hohen Stellwert in der Industrie.

Das „Testing & Inspecting Center“ wir in der Halle 11.1, C-14 a-d aufgebaut. Direkt vor Ort findet der interessierte Besucher kompetente Ansprechpartner vom TÜV Süd, von der Modern Testing Services Germany GmbH, von LGA QualiTest und von Oxford Instruments. Auch die obligatorischen Rundgänge des Gewerbeaufsichtsamtes werden in diesem Jahr vollzogen. Das Gewerbeaufsichtsamt macht jedes Jahr auf der International Toy Fair in Nürnberg Stichproben zur Überprüfung der Spielzeugsicherheit.

Im InnovationsCenter in der Halle 4, C-19 bis E-20 befindet sich das Branchenforum. Dieses Jahr werden dort viele Expertengespräche zum Thema Spielzeugsicherheit geführt.
Folgende Vorträge und Diskussionen zum Thema Spielzeugsicherheit finden dieses Jahr statt:

Montag, 11.02.2008 um 14:30 Uhr
Vortrag zum Thema:
„Spielzeugsicherheit: Neue Chance für die Branche?“
Im Anschluss ab 15:00 Uhr findet eine Podiumsdiskussion zum Thema Spielzeugsicherheit statt.
Moderation: Peter Lang, Chefredakteur das Spielzeug, Meisenbach Verlag
Podiumsteilnehmer:
• Emilia Müller, Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, München
• Christian Gicklhorn, LGA QualiTest GmbH Zentrum für Produktanalytik und Produktsicherheit

Nürnberger Spielwarenmesse mit weniger chinesischen Ausstellern

Sonntag, 6. Januar 2008

Sie steht wieder vor der Tür. Die mittlerweile 59. Nürnberger Spielwarenmesse lädt Unternehmer und das Fachpublikum ein, um die Neuigkeiten aus der Spielzeugwelt zu präsentieren. Doch leider steht die Spielwarenmesse nicht unter dem besten Licht. Die jüngsten Vorfälle der chinesischen Spielzeughersteller liegen immer noch in der Luft und gehen auch an der Nürnberger Spielwarenmesse nicht spurlos vorbei. „Wir haben einen leichten Rückgang bei den chinesischen Ausstellern“, erläuterte Messechef Ernst Kick der dpa. Die chinesische Regierung entzog auf Druck der Industrieländer einigen Spielzeugherstellern die Exportlizenz und aus dem Grund erscheinen diese auch nicht zur Spielwarenmesse. Doch obwohl einige chinesische Aussteller nicht erscheinen ist die Spielwarenmesse mit 2700 Ausstellern vollkommen ausgebucht. Kick erwähnt „Viele Interessenten stehen noch auf der Warteliste“.

Wie jedes Jahr, hat die Spielwarenmesse auch dieses Jahr ein Motto. Sie steht unter dem Motto „Spielend lernen“. Die Kinder sollen stärker gefördert werden und in dem Zug beschäftigen sich eine Sonderschau, ein Branchenforum und der Kongress des Vereins „Mehr Zeit für Kinder“ mit diesem Thema. Lernspielzeug wird auf dem deutschen Markt immer mehr nachgefragt. Doch dabei darf man die Qualität und das Herkunftsland nicht außer Acht lassen. Knapp zwei drittel aller Aussteller, der Nürnberger Spielwarenmesse, sind im Ausland angesiedelt. Vor allem der asiatische Markt wächst immer weiter und schneller.

Die 80.000 Besucher Marke wurde 2007 erreicht. Dieses Jahr will man diese Marke noch einmal überbieten und somit einen neuen Rekord aufstellen. Vor allem der osteuropäische Markt schickt immer mehr Besucher zur Nürnberger Spielzeugmesse. „Der herausragende Wachstumsmarkt für Spielwaren ist Russland mit einem Plus von 30 Prozent pro Jahr“, erläutert Kick. Die Märkte im westlichen Europa hingegen sind bis auf weiteres gesättigt.

Leider wird die Nürnberger Spielwarenmesse auch in diesem Jahr nur für das Fachpublikum erreichbar sein. Die meisten Aussteller sind auch der Auffassung, dass dieses Konzept genau das Richtige ist.