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Ist Spielzeug mit CE-Kennzeichnung wirklich sicher?

Donnerstag, 3. Januar 2008

Noch immer fürchten einige Verbraucher chinesische Spielzeuge. Seit einer der größten Spielzeughersteller, die Rede ist vom US-Konzern Mattel, im August einige Spielzeuge zurück gerufen hat, sind die Verbraucher verunsichert. In Europa waren vor allem die Spielwaren von Fisher Price betroffen.

Das CE-Kennzeichen war bisher die sicherste Kennzeichnung auf importierten Spielzeugen. Das dachte der Verbraucher zumindest. Das CE-Kennzeichen wird von keinem Prüfer der EU vergeben, sondern vom Hersteller selbst. Im Allgemeinen sagt diese EU-Sicherheitsanforderung zwar aus, dass ein Spielzeug keine scharfen Kanten, keine entflammbaren Materialien und viele mehr beinhalten darf, doch ob dem wirklich der Fall ist weiß man nicht, denn die Hersteller können ihre Angabenblätter fälschen. Jedes EU-Land muss daraufhin eigenständig Kontrollen der Spielzeuge vornehmen. In Deutschland sind die Gewerbeaufsichtsämter für diese Tätigkeit zuständig. Sie werden von Geräteuntersuchungsstellen der jeweiligen Bundesländer bei dieser Arbeit unterstützt.

Nachdem Mattel bereits im August 21 Millionen gefährliche Spielzeuge vom Markt nahm, sah sich das Europäische Parlament dazu verpflichtet die Sicherheitskriterien weiter zu verschärfen. Mattel verlagerte bis zu 65% der kompletten Produktion nach China und von dort kam auch das gefährliche Spielzeug. Die Farbe des Spielzeugs enthielt teilweise einen erhöhten Bleigehalt, oder einige Spielzeuge enthielten kleine Magneten und andere Teile, die von Kindern leicht verschluckt werden konnten. Aufgrund dieses Vorfalls hat das Europäische Parlament im September abgestimmt, dass die Richtlinie 88/378/EWG von 1988 noch einmal überarbeitet werden soll. Vor allem „ein bedingungsloses Verbot für bestimmte gefährliche Chemikalien, wie z.B. alle krebserregenden, erbgutverändernden bzw. fortpflanzungsgefährdenden Stoffe der Kategorien 1, 2 und 3 und andere ähnliche besorgniserregenden toxischen Stoffe“, soll mit dem neuen Gesetz durchgebracht werden. Ende November wurde von der bulgarischen Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kunewa ein Aktionsplan zur Verbesserung der Sicherheitsrichtlinien im Bereich Spielzeugsicherheit veröffentlicht. Die Zusammenarbeit mit den USA und China besitzt weiterhin einen hohen Stellenwert, jedoch müssen die Kontrollen bereits bei der Herstellung verschärft werden. Eine 100%ige Sicherheit wird man dennoch kaum erzeugen. Im Endeffekt werden die Eltern dazu aufgerufen, ein Spielzeug vor dem Kauf genau zu begutachten und eventuell bereits zu testen. Denn ob das Fell eines Kuscheltieres sich ablöst oder das Spielzeug scharfe Kanten besitzt, kann man vor dem Kauf erkennen.

Merkblatt zur Spielzeugsicherheit und EN71 (CENorm)

Samstag, 8. Dezember 2007

Info zur SpielzeugsicherheitSicherheit im Bereich Spielzeug erhält einen immer höheren Stellenwert. Doch was ist für Spielwarenhersteller, Händler und Importeure zu beachten? Welche Sicherheitsbestimmungen gelten und welche gesetzlichen Regelungen müssen Beachtung finden?

Hintergrund der Verordnung
Bereits seit 1988 klärt eine EU-Richtlinie die rechtliche Grundlagen. Sie wurde unter dem Aktenzeichen 88/378/EWG des Rates vom 3. Mai 1988 im Amtsblatt der EG Nr. L 187 vom Union (EU) 16.7.1988, S. 1–13 festgelegt. In Deutschland erfolgt die Umsetzung dieser EU-Richtlinie im Rahmen des Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes (GPSG) durch die Verordnung über die Sicherheit von Spielzeug aus dem Jahr 1989 und trat bereits im Januar 1990 in Kraft. Daneben gilt jedoch auch weiterhin das Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz (LMBG). Zusätzlich sind auch andere EU-Richtlinien, wie beispielsweise jene über Allgemeine Produktsicherheit, Elektromagnetische Verträglichkeit oder elektrische Betriebsmittel zu beachten.

Die EU-Richtlinie umfasst bezüglich ihres Geltungsbereichs neben Deutschland den gesamten EU-Bereich, die EFTA-Länder sowie einzelne Drittstaaten, die eine EU-Gesetzgebung anwenden. Wesentliches Merkmal für alle Produkte mit CE-Kennzeichnung ist ein sogenanntes Inverkehrbringen, dass von keinem Mitgliedstaat der EU behindert werden darf. Mit dieser Kennzeichnung wird verbrieft, dass die jeweiligen Produkte den wesentlichen Sicherheitsanforderungen der Richtlinie entsprechen und einer Konformitätsbewertung unterzogen wurden. Im Gegensatz dazu kann ein Handel mit Spielwaren dann untersagt werden, wenn eine solche Kennzeichnung nicht vorliegt. Aus diesne Gründen können auch Rückrufaktionen angeordnet werden, wie es in der jüngsten Vergangenheit des öfteren passiert ist.

Merkblatt schafft Klarheit
Das Merkblatt 88/378/EWG zur EU-Richtlinie des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft schafft Transparenz und Klarheit bezüglich der vielfältigen und komplexen Vorgaben und Regelungen im Umgang mit der Herstellung und dem Vertrieb von Spielzeug und dient als Leitfaden und Checkliste im sensiblen sicherheitsrelevanten Bereich. So klärt es die grundsätzliche Definition von Spielzeug und deren Anwendungsbereiche und beschreibt den betroffenen Personenkreis sowie die sicherheitsrelevanten Anforderungen. Aufgrund der in der Vergangenheit vielfach aufgetretenen zusätzlichen Probleme hinsichtlich bestimmter Materialien, stellt das Merkblatt dahingehende aktuelle Hinweise zur Verfügung. Darüber hinaus wird dem Themenbereich Normen und harmonisierte Normen umfassend Raum gegeben und den geforderten sicherheitsrelevanten Aspekten von Spielzeug gemäß definierter und erforderlicher DIN -Normen ausreichend Priorität eingeräumt. Ebenso werden ausführliche Informationen zu einzelnen Kennzeichnungen der Produkte hinsichtlich weiterer Gefahren, wie etwa einer leichten Entflammbarkeit sowie altersgruppenbezogener Warnhinweise zur Verfügung gestellt.

Sicherheit beginnt mit guter Information
Neben detaillierten Ausführungen zu diesen Aspekten bietet das Merkblatt auch Aufschluss über EG-Konformitätsbewertungsverfahren und gibt Auskunft zu allen Bereichen wie beispielsweise erforderliche, beizubringende Unterlagen, technische Dokumentationen sowie Angaben zu Konstruktionen und Herstellung. Mit ausführlichen Angaben zur CE-Kennzeichnung, pflichtgemäßen Warnhinweisen und Verweisen auf die nötigen Kontaktangaben, wie etwa Anschrift des Herstellers oder des jeweiligen Importeurs in der EU, werden Vorschriften und Richtlinien transparent und verständlich.

Komplettiert wird das umfassende Merkblatt des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft durch Hinweise auf relevante und weiterführende Richtlinien und Informationen sowie detaillierter Angaben über Bezugsquellen mit Anschriften, Rufnummern und E-Mail-Adressen.

Einfuhrverbot für Spielzeuge aus China vom Tisch

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Das drohende Einfuhrverbot für Spielzeuge aus China ist nicht mehr im Gespräch

Laut der EU-Kommissarin für Verbraucherschutz Meglena Kunevra, gibt es für die Europäische Union inzwischen keine Veranlassung mehr, die Einfuhr von Spielzeugen aus China zu verbieten.

Zu diesem Ergebnis kam die Europäische Kommission, nachdem die zweimonatige, selbst gesetzte Frist zur Überprüfung der derzeitigen Kontrollmechanismen zur Produktsicherheit von Spielzeugen – in Hinblick auf den Handelspartner China – im November endete.

Im Fokus der Untersuchung stand dabei neben der Analyse der derzeitigen Aufsichts- und Kontrollsysteme vor allem die Frage, wie schnell bei etwaigen Verstößen gegen die Produktsicherheit reagiert werden kann.

Keine Kompromisse bei der Verbrauchersicherheit zu machen – das war das erklärte Ziel dieser Untersuchung, die durch Kunevra eingeleitet wurde.

China ist größter Produzent von Spielzeug für den europäischen Markt

Der überwiegende Anteil des in Europa verkauften Spielzeuges wird inzwischen in China produziert. Nach einer Einschätzung der Eu-Kommission sind die derzeit vorhandenen Vorschriften zum Schutz der Konsumenten grundsätzlich ausreichend.

Nach dem die chinesischen Behörden zwischenzeitlich die Sicherheitskontrollen bei der Produktion von Spielzeugen nachdrücklich verstärkt haben, sind laut Brüssel die Gründe für ein Einfuhrverbot für Spielzeug aus China weggefallen. Die Europäische Union baut auf China als wichtiger Kooperations- und Handelspartner.

Es bleibt abzuwarten, ob China tatsächlich bis Dezember 2007 ein eigenes Meldesystem nach europäischem Vorbild für Verstöße gegen die Sicherheitsrichtlinien eingerichtet hat. Hier in Europa sorgt das Schnellwarnsystem Rapex für ein schnelles Eingreifen bei Produkten (außer Lebensmittel) von denen eine Gefährdung der Sicherheit und Gesundheit ausgehen kann.

Mattel reagierte auf die Gefahren

Der weltweit größte Spielzeughersteller Mattel hatte in diesem Sommer mehrere große Produktrückrufaktionen gestartet, weil von den verkauften Produkten Risiken für die Gesundheit von Kindern ausgingen. Hergestellt wurden diese Produkte zu einem großen Teil in China. Beanstandungen gab es hinsichtlich der verwendeten, bleihaltigen Farben und kleinteilige Magnete, die von Kleinkindern leicht verschluckt werden können.

Spielzeuge, die Magnetteile oder Magnete enthalten, sollen nach dem Willen von Bund und Länder in Deutschland noch in diesem Jahr mit entsprechenden Warnhinweisen versehen werden. Der Wirtschafts-Sekretär Dr. Joachim Wuermeling, Koordinator der Europapolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, sicherte der Eu-Kommissarin Kunevra die Unterstützung der Bundesregierung in dieser Frage zu.

Quelle: tagesschau.de