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Öko-Test prüft Spielzeug auf der Grundlage umstrittener Kriterien

Sonntag, 9. Dezember 2007

Öko TestDas „Toys Fachmagazin für Classic Games Creatives“ veröffentlicht unter Berufung auf das Informationsportal für Spielwaren und Lizenzen, www.brandora.de, einen Kommentar zu einem von der Zeitschrift Öko-Test durchgeführten Spielzeugtest.

Das Magazin Öko-Test ließ 15 Puppen auf Sicherheit und Qualität untersuchen, von denen 12 die Note „ungenügend“ erhielten. Die Labore, in denen die Prüfungen vorgenommen wurden, wurden von der Zeitschrift nicht genannt. Die den Tests zugrunde liegenden Verfahren und Richtlinien sind fragwürdig und dienen auch nicht der in der Branche geforderten Etablierung von Sicherheitsstandards und praxistauglicher Qualitätssicherungsmaßnahmen. Die Testergebnisse sind nicht zum ersten Mal im Weihnachtsgeschäft vorgenommen worden, um Stimmung gegen die Spielwarenindustrie zu machen und die Verkaufszahlen des Testmagazins zu erhöhen.

Der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie e.V. (DVSI) bezeichnet das Testverfahren als Katastrophe. Er verweist darauf, dass die rechtlichen Bestimmungen zu Spielzeugsicherheit außerordentlich komplex sind und die EU nur Prüfinstitute zulässt, die nachweislich Kompetenz bei der Prüfung von Spielzeugsicherheit besitzen. Diese zugelassenen Stellen sind im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft und in der deutschen Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz veröffentlicht.

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Der DVSI vermutet, dass die Zeitschrift Öko-Test aus Kostengründen keine von der EU zugelassenen Prüfinstitute beauftragt. Die Prüfer bleiben anonym und können deshalb den erforderlichen Sachverstand oder eine Zertifizierung nach DIN EN ISO 17025 nicht nachweisen.

Die beim Spielzeugtest von Öko-Test angewendeten Kriterien weisen zwar Bestandteile einzelner europäischer gesetzlicher Anforderungen auf, legen aber ebenso falsch interpretierte Anforderungen zugrunde, die sich auf Stoffe beziehen, die sich noch in der wissenschaftlichen Diskussion befinden. Einige Testanforderungen beruhen nur auf der Weltanschauung des Testmagazins.

Die Zeitschrift Öko-Test verweist bei der Materialprüfung zum Teil auf ungesicherte Untersuchungen. Bei der Prüfung der mechanischen Anforderungen der getesteten Puppen werden Testanforderungen angewendet, die gar nicht relevant sind. So wurden Puppenhaare mit einer Zugkraft von 90 Newton herausgerissen und das Spielzeug deshalb von der Qualitätsstufe „sehr gut“ auf die Stufe „ungenügend“ abgewertet. DIN EN 71 Teil 1 nimmt Puppenhaare jedoch ausdrücklich von diesem Testkriterium aus. Nicht einmal ein menschliches Haar ist einer Zugbelastung in dieser Größenordnung gewachsen.

Für den DVSI stellt die Spielzeugsicherheit ein Kernanliegen dar. Zurecht beanstandete Mängel und Rückrufaktionen im laufenden Jahr zeigen, dass die Sicherheit verbessert werden muss. Die kann aber nur durch eine Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen erreicht werden, die von Fachleuten aus allen relevanten Bereichen entwickelt worden sind. Von selbsternannten Spielzeugtestern ausgedachte Kriterien tragen nicht zur Verbesserung der Sicherheit bei.

Der DVSI fordert eine praxistaugliche Einhaltung der europäischen Sicherheitsbestimmungen und setzt sich deshalb für entsprechende europäische Gesetzesregelungen ein.