Archiv für die Kategorie „Hintergrund“

Spielzeughersteller und –händler müssen sich anpassen

Samstag, 24. April 2010

Die Spielzeugindustrie unterliegt ständigen Änderungen bezüglich der Interessen der Kinder für Spielzeug. Dieser Umstand ist auf die sich ständig ändernden Spielzeugtrends zurückzuführen. (mehr …)

In der EU existieren strenge Testverfahren für Spielzeug

Donnerstag, 8. April 2010

Die Spielzeugsicherheit stellt heutzutage ein sehr wichtiges Thema dar. Vor allem in Bezug auf eventuell versteckte Giftstoffe erfüllen immer noch sehr viele Spielzeuge nicht den geforderten Standard. (mehr …)

Rückblende: Immer mehr gefährliches Spielzeug

Freitag, 9. Mai 2008

Laut einem Zeitungsbericht wurden von den EU-Aufsichtsbehörden im Jahr 2007 weitaus mehr Spielzeuge als gesundheitlich Schädlich deklariert als noch 2006. Insgesamt wurden im Verlauf von 2007 bis Dezember rund 409 Spielzeuge als gefährlich oder besonders gefährlich eingestuft. Das sind 85% mehr Spielzeuge als noch im Jahr 2006.

Die Erhöhung der bemängelten Ware liegt nicht an der verschärften Kontrolle von Spielzeug. Man ist nach denselben Verfahren vorgegangen wie in den Jahren zuvor. Insgesamt musste die europäische Aufsichtsbehörde keine Produkte derart oft bemängeln wie Spielzeuge. Insgesamt machte die Spielwarenindustrie mit ihren Produkten ein Drittel der als unsicher gemeldeten Produkte auf dem europäischen Markt aus. Das Ursprungsland der bemängelten Ware war in den meisten Fällen China oder ein anderes asiatisches Land.

Es gab vor allem zwei Beanstandungsgründe, welche sich im Jahr 2007 rapide verschlechterten. Zum einen wurde ein Großteil der Spielzeuge vom Markt genommen, da eine zu große Gefahr bestand, dass die Kinder Kleinteile einatmen oder verschlucken könnten. Die Teile waren meist unsachgerecht an den Spielzeugen angebracht und konnten leicht von diesen abgelöst werden. Der zweite große Kritikpunkt der Behörden war die extreme chemische Belastung, welche bei den Produkten verwendet wurde. In vielen Fällen wurden die zulässigen Maximalwerte, welche in Europa festgelegt sind, bei weitem überschritten und das Spielen mit diesen Waren wurde zu einem Hochseilakt.

Das EU-Schnellwarnsystem Rapex informiert die EU-Staaten mit seinen Gefahrenmeldungen. Die Jahresbilanz dieses Schnellwarnsystems soll laut Angaben in der kommenden Zeit vorgelegt werden. Somit wird in Zukunft das Erkennen von gefährlichem Spielzeug transparenter gemacht und durch schärfere Kontrollen das Spielen wieder sicher gemacht.

Schweizer Spielwarenbranche kann Umsätze steigern

Freitag, 4. April 2008

Nicht nur in Deutschland boomt der Spielzeugmarkt. Auch die Schweiz verzeichnete im Jahr 2007 einen Umsatzzuwachs zu 2006. Trotz vielen Rückrufaktionen, welche durch fehlerhaftes chinesisches Spielzeug verursacht wurden, konnte man die Verkäufe um zwei Prozent steigern. Insgesamt wurde das Marktvolumen auf 640 Millionen Franken, umgerechnet 411 Millionen Euro.

Von den 640 Millionen Franken Umsatz entfallen knapp zwei drittel, also 400 Millionen Franken, auf die PC- und Videospiele. Insgesamt haben die Verkäufe von Videospielen um 48 Prozent zugenommen. Die komplette Kategorie der Electronics verzeichnet einen Gesamtzuwachs von 28,7 Prozent. Somit ist das elektronische Spielzeug in der Schweiz so beliebt wie nie zuvor.

Der Branchenverband rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzwachstum von rund 5 Prozent. „Es gebe Marktneuheiten, zudem profitierten einige Produktkategorien von der Euro 2008“, so der Branchenverband. Somit stehen alle Indikatoren positiv für ein erfolgreiches Jahr. Ein Beispiel für diesen positiven Aufschwung sollen die Paninibildchen darstellen. Die Branche erwartet bei den kleinen Klebebildern eine Verkaufsmenge von 20 Millionen Tütchen für das Jahr 2008.

Aufgrund der vielfachen Rückrufaktionen versucht die Wirtschaft nun den Wünschen der Kunden nachzukommen und die Spielwaren vermehrt von europäischen Herstellern einzukaufen. Gleichzeitig wird man daran teilhaben die Kontrollen und die Herstellungsformen der asiatischen Firmen zu verbessern. Das führt zwar zu steigenden Produktionskosten, doch die Qualität darf nicht weiter leiden.

Auch in der Schweiz werden nach Expertenmeinungen so die Spielzeugpreise um fünf bis zehn Prozentpunkte ansteigen müssen.

Ein Jahr der Skandale – der Rückblick

Sonntag, 17. Februar 2008

Strahlende Kinderaugen, kuschelige Teddys und aufregendes Technik Spielzeug, die Spielwarenbranche versucht immer eine heile Welt darzustellen. Doch der Ruf der Branche ist angekratzt. Das Image wurde vor allem durch Rückrufaktionen von gesundheitsgefährdendem Spielzeug aus China belastet und zudem verunsicherte es die Kunden immens. Das Problem ist, dass die Hersteller und Händler von der chinesischen Produktion abhängig sind, denn 60 Prozent des weltweit hergestellten Spielzeugs kommt aus China. „Das Jahr 2007 war für die Spielwarenindustrie sicherlich eines der schwierigsten in der jüngeren Zeit“, erklärt Werner Lenzner vom Marktforschungsinstitut Eurotoys.

Das ganze Debakel begann im August 2007 mit der Rückrufaktion von Mattel. Der größte Spielzeughersteller zog rund 20 Millionen in China hergestellte Spielzeuge aus dem Verkehr. Grund dafür waren die starken Sicherheitsgründen, welche von zu hohem Bleigehalt und gefährlicher Kleinmagnete ausgingen. Im Nachhinein versuchte Mattel die Lage zu entschärfen und bestätigte, dass der Großteil der zurück gerufenen Spielwaren lediglich Designfehler aufwiesen.

Aber ab dem Zeitpunkt fingen die Rückrufaktionen erst richtig an. Den Höhepunkt erreichte der Skandal als in den USA die komplette Serie der „Aqua-Dots“ zurück gerufen wurde. Die Serie wurde ebenfalls in China hergestellt. Einige Kinder verschluckten die kleinen Kunststoffkugeln und erkrankten an ihnen. Die Debatte über schärfere Sicherheitskontrollen ist losgetreten. Günter Verheugen, EU-Industriekommissar, präsentierte in jüngster Zeit einen Gesetzesvorschlag, welcher die Sicherheit beim Spielzeug weiter verschärfen sollte. Auf die Spielzeugindustrie kommt eine große finanzielle Belastung zu. „Das lässt nichts Gutes erwarten“, meint Michael Sieber, der Chef der Fürther Simba-Dickie-Gruppe.

Wer zurzeit nicht in China produziert, bleibt von der Debatte verschont. So gaben Branchengrößen LEGO und Playmobil bekannt, nur einen sehr geringen Teil ihrer Bausteine in Asien fertigen zu lassen. Durch die hitzigen Debatten wurde das ungefährliche Spielzeug von Playmobil und LEGO beliebter. Damit es auch den anderen Firmen so geht wie LEGO und Co. verschärfte nun die chinesische Regierung die Sicherheitskontrollen stark. Viele hunderte Spielzeugfabriken verloren ihre Exportlizenz, was in 2008 eventuell zu Lieferengpässen führen kann.

Die Skandale der vergangenen Monate geht auch nicht an der größten Spielwarenmesse der Welt – Der Nürnberger Spielwarenmesse – spurlos vorbei. Es wurde zum ersten Mal seit Jahren ein Rückgang bei den chinesischen Ausstellern verzeichnet. Trotz alle dem fangen sich 2676 Aussteller aus 61 Ländern in Nürnberg ein, um ihre Produkte dem Fachpublikum, welches aus 80.000 Besuchern bestand, zu präsentieren. Das Motto der diesjährigen Spielwarenmesse ist zwar „spielend lernen“, jedoch wurde auch Spielzeugsicherheit groß geschrieben. So kamen eine Menge Prüfinstitute zur Messe, um die neuesten Prüfverfahren vorzustellen.

Eines ist für das Jahr 2008 sicher. Die Preise für Spielzeuge werden deutlich angezogen. Die gestiegenen Löhne in China, die steigenden Energie- und Rohstoffkosten und die Kosten für aufwendigere Qualitätskontrollen werden die Preise voraussichtlich um 15 Prozent ansteigen lassen.

Tipps zum Spielzeugkauf

Donnerstag, 17. Januar 2008

Es gab in der letzten Zeit kaum eine Woche ohne neue Schlagzeilen, um gefährliches Spielzeug aus China. Blei in Lokomotiven und Kinderlätzchen, Drogen in Bastelsets sind nur zwei Beispiele aus vielen Vorwürfen. In diesem Artikel können sich besorgte Eltern ein paar Tipps zum Spielzeugkauf holen.

Ein erstes Indiz für eine Qualitätskontrolle ist das Prüfzeichen. „Verbraucher sollten grundsätzlich auf Prüfzeichen achten, vor allem, wenn es um die Sicherheit von Babys und Kleinkindern geht“ betont Ralf Diekmann, Sprecher beim TÜV Rheinland in Köln. Der TÜV Rheinland macht jedes Jahr mehr als 100.000 Tests und ist damit führender Spielzeugprüfer weltweit. Wer sein Vertrauen nicht mehr in die Hersteller- und Importeurhände, sollte die Augen für drei Prüfzeichen offen halten. Die wichtigsten Prüfungszeichen sind das GS-Zeichen, das Proof-Zeichen und das LGA tested Quality Zertifikat.

Spielzeug ohne Prüfsiegel ist dennoch nicht automatisch schlecht. Lediglich die Qualität wird bei diesen Spielzeugen nicht überwacht. Wenn man sich Spielzeug ohne Prüfsiegel anschaffen möchte, so sollte man dies über große Verkaufshäuser oder über den Fachhandel tun. Diese haben meist eigene Qualitätssicherungen und können sich einen schlechten Ruf, welcher durch den Verkauf von gefährlichem Spielzeug schnell entsteht, nicht leisten. Man sollte bei solchen Spielzeugen die Finger vom Internethandel machen, denn so schnelllebig wie das Internet ist, so sind auch die Internethändler von einem auf den anderen Tag verschwunden.

Ein weiterer Tipp ist, dass man das Spielzeug in die Hand nehmen sollte. Halten Sie die Augen offen nach scharfen Ecken oder Kanten oder nach leicht ablösbaren Einzelteilen wie Augen oder Knöpfen. Auch den Farbtest sollt man vornehmen. Dafür rubbelt man mit dem Finger stark am Spielzeug. Bleiben Farbreste am Finger zurück, ist das Spielzeug nicht zu empfehlen. Produkte die stark und unangenehm riechen beinhalten in vielen Fällen Schadstoffe, welche ihrem Kind schaden können. Vor allem lackiertes Holzspielzeug und Weichgummispielzeug ist davon oftmals betroffen.

Neben dem CE-Kennzeichen sollten auch alle Bedienhinweise auf der Rückseite des Spielzeuges in deutscher Sprache vorhanden sein. Auch die Angaben zum Hersteller oder Importeur sollten in der Landessprache vorhanden sein. Mit ein paar kleinen Tipps wird auch Ihr Spielzeugeinkauf ein großer Erfolg.

Merkblatt zur Spielzeugsicherheit und EN71 (CENorm)

Samstag, 8. Dezember 2007

Info zur SpielzeugsicherheitSicherheit im Bereich Spielzeug erhält einen immer höheren Stellenwert. Doch was ist für Spielwarenhersteller, Händler und Importeure zu beachten? Welche Sicherheitsbestimmungen gelten und welche gesetzlichen Regelungen müssen Beachtung finden?

Hintergrund der Verordnung
Bereits seit 1988 klärt eine EU-Richtlinie die rechtliche Grundlagen. Sie wurde unter dem Aktenzeichen 88/378/EWG des Rates vom 3. Mai 1988 im Amtsblatt der EG Nr. L 187 vom Union (EU) 16.7.1988, S. 1–13 festgelegt. In Deutschland erfolgt die Umsetzung dieser EU-Richtlinie im Rahmen des Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes (GPSG) durch die Verordnung über die Sicherheit von Spielzeug aus dem Jahr 1989 und trat bereits im Januar 1990 in Kraft. Daneben gilt jedoch auch weiterhin das Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz (LMBG). Zusätzlich sind auch andere EU-Richtlinien, wie beispielsweise jene über Allgemeine Produktsicherheit, Elektromagnetische Verträglichkeit oder elektrische Betriebsmittel zu beachten.

Die EU-Richtlinie umfasst bezüglich ihres Geltungsbereichs neben Deutschland den gesamten EU-Bereich, die EFTA-Länder sowie einzelne Drittstaaten, die eine EU-Gesetzgebung anwenden. Wesentliches Merkmal für alle Produkte mit CE-Kennzeichnung ist ein sogenanntes Inverkehrbringen, dass von keinem Mitgliedstaat der EU behindert werden darf. Mit dieser Kennzeichnung wird verbrieft, dass die jeweiligen Produkte den wesentlichen Sicherheitsanforderungen der Richtlinie entsprechen und einer Konformitätsbewertung unterzogen wurden. Im Gegensatz dazu kann ein Handel mit Spielwaren dann untersagt werden, wenn eine solche Kennzeichnung nicht vorliegt. Aus diesne Gründen können auch Rückrufaktionen angeordnet werden, wie es in der jüngsten Vergangenheit des öfteren passiert ist.

Merkblatt schafft Klarheit
Das Merkblatt 88/378/EWG zur EU-Richtlinie des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft schafft Transparenz und Klarheit bezüglich der vielfältigen und komplexen Vorgaben und Regelungen im Umgang mit der Herstellung und dem Vertrieb von Spielzeug und dient als Leitfaden und Checkliste im sensiblen sicherheitsrelevanten Bereich. So klärt es die grundsätzliche Definition von Spielzeug und deren Anwendungsbereiche und beschreibt den betroffenen Personenkreis sowie die sicherheitsrelevanten Anforderungen. Aufgrund der in der Vergangenheit vielfach aufgetretenen zusätzlichen Probleme hinsichtlich bestimmter Materialien, stellt das Merkblatt dahingehende aktuelle Hinweise zur Verfügung. Darüber hinaus wird dem Themenbereich Normen und harmonisierte Normen umfassend Raum gegeben und den geforderten sicherheitsrelevanten Aspekten von Spielzeug gemäß definierter und erforderlicher DIN -Normen ausreichend Priorität eingeräumt. Ebenso werden ausführliche Informationen zu einzelnen Kennzeichnungen der Produkte hinsichtlich weiterer Gefahren, wie etwa einer leichten Entflammbarkeit sowie altersgruppenbezogener Warnhinweise zur Verfügung gestellt.

Sicherheit beginnt mit guter Information
Neben detaillierten Ausführungen zu diesen Aspekten bietet das Merkblatt auch Aufschluss über EG-Konformitätsbewertungsverfahren und gibt Auskunft zu allen Bereichen wie beispielsweise erforderliche, beizubringende Unterlagen, technische Dokumentationen sowie Angaben zu Konstruktionen und Herstellung. Mit ausführlichen Angaben zur CE-Kennzeichnung, pflichtgemäßen Warnhinweisen und Verweisen auf die nötigen Kontaktangaben, wie etwa Anschrift des Herstellers oder des jeweiligen Importeurs in der EU, werden Vorschriften und Richtlinien transparent und verständlich.

Komplettiert wird das umfassende Merkblatt des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft durch Hinweise auf relevante und weiterführende Richtlinien und Informationen sowie detaillierter Angaben über Bezugsquellen mit Anschriften, Rufnummern und E-Mail-Adressen.