Wann ist es Zeit für den ersten Brei?

Wohl nie im Leben muss man sich so oft und schnell auf Veränderungen einstellen, wie in der Zeit mit einem Baby. Kaum hat man sich an das Stillen oder das Füttern mit Fläschchen gewöhnt, stellt sich auch schon die Frage nach dem ersten Brei. Jeder scheint zu erwarten, dass pünktlich im Alter von 4 Monaten zugefüttert und die erste Milchmahlzeit ersetzt wird. Und schließlich steht das Alter ja auch auf den Gläschen drauf, also muss es auch richtig sein, oder?
Tatsache ist, dass jedes Kind sein eigenes Alter hat, wann es soweit ist mit der Beikost anzufangen. Niemand wird bestreiten, dass Entwicklung etwas ganz individuelles ist. Ein Kind läuft bereits mit 12 Monaten, ein anderes erst ein halbes Jahr später. Beide Kinder sind vollkommen gesund und niemand würde auf die Idee kommen, das scheinbar langsamere Kind auf irgendeine Weise zum Laufen zu zwingen. Beim Essen verhält es sich, was die kindliche Entwicklung betrifft, nicht anders, nur die Erwachsenen reagieren leider ganz anders darauf.
Motorisch gesehen macht es einen enormen Unterschied, an der Brust oder einer Flasche zu saugen, oder Brei von einem Löffel zu nehmen, mit der Zunge an das hintere Ende des Gaumens zu schieben und schließlich zu schlucken. Solange ein Kind dazu noch nicht in der Lage ist, macht es auch keinen Sinn, Brei zu füttern. Ihr Kind wird sich weigern und je mehr Druck Sie ausüben, desto mehr Tränen wird es geben. Ihr Kind erhält so von Anfang an ein negatives Gefühl zum Thema Essen.

Kinder und Eltern lieben Holzspielzeug. Das Spielzeug ist unbehandelt und man kann es den Kindern bedenkenlos zum spielen geben.

Vertrauen Sie stattdessen lieber Ihrem Bauchgefühl und Ihrem Kind, beides wird Ihnen zeigen, wann der richtige Zeitpunkt für den ersten Löffel ist. Zeigt sich Ihr Kind interessiert am Essen? Sieht es Ihnen aufmerksam dabei zu, versucht vielleicht sogar danach zu greifen? Hat es vermehrten Speichelfluss, wenn es Essen sieht? Dies sind eindeutige Signale, dass ihr Kind soweit ist, beim Thema Essen den nächsten Schritt zu gehen.
Nun können Sie anfangen und Ihr Kind langsam und einfühlsam an den ersten Brei gewöhnen. Sollte es sich wegdrehen oder den Mund geschlossen halten, hören Sie bitte auf zu Füttern. Kein Kind verhungert freiwillig und Zwang löst nur einen Teufelskreis aus, der das Thema Essen zu einem Problem, statt zu einer entspannten und angenehmen Sache werden lässt. Sicher ist es auch Ihr Ziel, bald schon gemütliche Essen mit der ganzen Familie am Tisch zu genießen. Mit Verständnis und Geduld wird Ihnen das auch schon bald gelingen.


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