Indien ist für sein starkes Wirtschaftswachstum bekannt. Jedes Jahr werden weitere Fertigungsstellen und Wirtschaftszentren errichtet. Nun will auch die Spielzeugindustrie weiter investieren.
Laut einem Bericht der Times of India, plant die indische Spielwarenindustrie, in Zusammenarbeit mit der Zentralregierung und der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung, ein neues Design Zentrum in Mumbai zu errichten. Der Kontakt zum Indian Institute of Technology wurde bereits von allen Parteien aufgenommen.
Insgesamt wurden bereits 172.000 Euro von der UNIDO und der Indian Toy Manufacturing Association zur Verfügung gestellt. Die UNIDO hilft den Entwicklungsländern bei der Finanzierung besonders beschäftigungsintensiver Projekte. Das Design Zentrum soll als Kooperation privater und öffentlicher Träger dienen. Auch der genaue Bauplatz steht bereits fest. Die Parteien möchten das Design Zentrum auf dem Gebiet der Zentralagentur für kleinere und mittelständische Unternehmen in Sakinaka Andheri errichten. Sakinaka Andheri ist ein Vorort von Mumbai und bietet genau die richtigen Rahmenvoraussetzungen.
„Das geplante Design-Zentrum ist von entscheidender Bedeutung für die indische Spielwarenindustrie – besonders angesichts der jüngsten Kontroversen um die Spielwarenherstellung in China.” Erklärt der Präsident der Indian Toy Manufactures Association, Ashok Jain. Der Leiter des Industriedesignzentrums der IIT-Powai erläutert: “Als erstes Projekt ist die Entwicklung von sechs kreativen Lernspielen geplant“. Die Industrieanlagen werden mit Hilfe finanzieller Mittel der indischen Zentralregierung angeschafft.
Das neue Zentrum soll vor allem den Export von indischem Spielzeug steigern. „Wenn das Zentrum erst einmal fertig ist, werden wir unseren Export auf 86 Millionen Euro steigern können“, erklärt Jain. Die komplette indische Spielwarenindustrie, welche zurzeit sehr weit verstreut ist, soll zukünftig in diesem Zentrum vereint werden. Die bisherigen Produktionsschwerpunkte liegen in Delhi mit 300 Einheiten und in Mumbai mit 100 Einheiten.
In Indien ist das Interesse an Spielzeug nicht so groß wie zum Beispiel bei uns in Europa. Die indische Spielwarenindustrie muss um ihre Käufer regelrecht buhlen. „Hierzulande mangelt es den Eltern oft an Bewusstsein für die Bedeutung von Spielwaren in der Erziehung und der Entwicklung ihrer Kinder. Innovative Schritte wie dieses neue Design-Zentrum werden der Industrie zu weiterem Aufschwung verhelfen“, betont Juzer Gabbajiwala, der Geschäftführer der Toy Association.
Auch der Marketingleiter von Mattel in Indien, Rahul Bhaumik, ist derselben Meinung: „Spielwaren, die in Indien hergestellt werden, sind den chinesischen in vielerlei Hinsicht überlegen. Zurzeit ist China Indien allerdings mit einem Marktanteil von 85% natürlich noch weit voraus. Aber das neue Design-Zentrum wird gerade durch die Beteiligung des Indian Institute of Technology die Qualität und den Standart indischer Spielwaren weiter anheben.“

