Archiv für Januar 2008

Neues Entwicklungszentrum für Spielzeug in Mumbai geplant

Mittwoch, 9. Januar 2008

Indien ist für sein starkes Wirtschaftswachstum bekannt. Jedes Jahr werden weitere Fertigungsstellen und Wirtschaftszentren errichtet. Nun will auch die Spielzeugindustrie weiter investieren.

Laut einem Bericht der Times of India, plant die indische Spielwarenindustrie, in Zusammenarbeit mit der Zentralregierung und der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung, ein neues Design Zentrum in Mumbai zu errichten. Der Kontakt zum Indian Institute of Technology wurde bereits von allen Parteien aufgenommen.

Insgesamt wurden bereits 172.000 Euro von der UNIDO und der Indian Toy Manufacturing Association zur Verfügung gestellt. Die UNIDO hilft den Entwicklungsländern bei der Finanzierung besonders beschäftigungsintensiver Projekte. Das Design Zentrum soll als Kooperation privater und öffentlicher Träger dienen. Auch der genaue Bauplatz steht bereits fest. Die Parteien möchten das Design Zentrum auf dem Gebiet der Zentralagentur für kleinere und mittelständische Unternehmen in Sakinaka Andheri errichten. Sakinaka Andheri ist ein Vorort von Mumbai und bietet genau die richtigen Rahmenvoraussetzungen.

Das geplante Design-Zentrum ist von entscheidender Bedeutung für die indische Spielwarenindustrie – besonders angesichts der jüngsten Kontroversen um die Spielwarenherstellung in China.” Erklärt der Präsident der Indian Toy Manufactures Association, Ashok Jain. Der Leiter des Industriedesignzentrums der IIT-Powai erläutert: “Als erstes Projekt ist die Entwicklung von sechs kreativen Lernspielen geplant“. Die Industrieanlagen werden mit Hilfe finanzieller Mittel der indischen Zentralregierung angeschafft.

Das neue Zentrum soll vor allem den Export von indischem Spielzeug steigern. „Wenn das Zentrum erst einmal fertig ist, werden wir unseren Export auf 86 Millionen Euro steigern können“, erklärt Jain. Die komplette indische Spielwarenindustrie, welche zurzeit sehr weit verstreut ist, soll zukünftig in diesem Zentrum vereint werden. Die bisherigen Produktionsschwerpunkte liegen in Delhi mit 300 Einheiten und in Mumbai mit 100 Einheiten.

In Indien ist das Interesse an Spielzeug nicht so groß wie zum Beispiel bei uns in Europa. Die indische Spielwarenindustrie muss um ihre Käufer regelrecht buhlen. „Hierzulande mangelt es den Eltern oft an Bewusstsein für die Bedeutung von Spielwaren in der Erziehung und der Entwicklung ihrer Kinder. Innovative Schritte wie dieses neue Design-Zentrum werden der Industrie zu weiterem Aufschwung verhelfen“, betont Juzer Gabbajiwala, der Geschäftführer der Toy Association.

Auch der Marketingleiter von Mattel in Indien, Rahul Bhaumik, ist derselben Meinung: „Spielwaren, die in Indien hergestellt werden, sind den chinesischen in vielerlei Hinsicht überlegen. Zurzeit ist China Indien allerdings mit einem Marktanteil von 85% natürlich noch weit voraus. Aber das neue Design-Zentrum wird gerade durch die Beteiligung des Indian Institute of Technology die Qualität und den Standart indischer Spielwaren weiter anheben.

Das Spielzeug des Jahres 2007 ist…… Beppo der Bock

Sonntag, 6. Januar 2008

Beppo der BockDieses Jahr ging der Preis „Das Beste Kinderspiel 2007“ an Beppo der Bock. Das Spiel stammt von den Autoren Peter Schackert und Klaus Zoch und wurde mit Hilfe der Verlage Oberschwäbische Magnetspiele und Huch and Friends auf den Markt gebracht. Die Jury war sehr angetan von dem Spiel und wählte es einstimmig zum besten Spiel des Jahres 2007.

Das Spielzeug „Beppo der Bock“ bedient sich der Kraft eines Magneten. Nach einer kurzen Einspielphase wird das dirigieren von Beppo zum Kinderspiel. Die Zielrinne bietet ein Queue Ersatz wie man ihn von Billard kennt. Die Faszination an Beppo wird nicht nur bei Kindern geweckt. Es spricht auch Erwachsene direkt an und verbreitet eine Menge Spielspaß.

Beppo ist für Kinder ab fünf Jahren geeignet und man braucht mindestens zwei Spieler für eine Partie. Insgesamt können bis zu vier Kinder oder Erwachsene an einem Spiel teilnehmen. Der Spieler nutzt magnetische Kräfte aus, indem er Beppo mit einer Kugel anstößt. Dieser beginnt daraufhin seinen rasanten Ritt über das Spielfeld. Der besonders starke Magnet, welcher sich im Spielplan befindet, sorgt dafür, dass Beppo seine Geschwindigkeit und seine Unkontrollierbarkeit weiter ausbaut. Ziel ist es mit Hilfe der magnetischen Kräfte andere Spielfiguren von Beppo von ihrem Platz zu vertreiben. Man muss ein wenig Geschick und Fingerspitzengefühl beweisen um bei Beppo der Bock bestehen zu können.

Interessierte Leser finden die Spielanleitung zum Spiel direkt unter dem folgenden Link: Klicken Sie bitte hier.

Nürnberger Spielwarenmesse mit weniger chinesischen Ausstellern

Sonntag, 6. Januar 2008

Sie steht wieder vor der Tür. Die mittlerweile 59. Nürnberger Spielwarenmesse lädt Unternehmer und das Fachpublikum ein, um die Neuigkeiten aus der Spielzeugwelt zu präsentieren. Doch leider steht die Spielwarenmesse nicht unter dem besten Licht. Die jüngsten Vorfälle der chinesischen Spielzeughersteller liegen immer noch in der Luft und gehen auch an der Nürnberger Spielwarenmesse nicht spurlos vorbei. „Wir haben einen leichten Rückgang bei den chinesischen Ausstellern“, erläuterte Messechef Ernst Kick der dpa. Die chinesische Regierung entzog auf Druck der Industrieländer einigen Spielzeugherstellern die Exportlizenz und aus dem Grund erscheinen diese auch nicht zur Spielwarenmesse. Doch obwohl einige chinesische Aussteller nicht erscheinen ist die Spielwarenmesse mit 2700 Ausstellern vollkommen ausgebucht. Kick erwähnt „Viele Interessenten stehen noch auf der Warteliste“.

Wie jedes Jahr, hat die Spielwarenmesse auch dieses Jahr ein Motto. Sie steht unter dem Motto „Spielend lernen“. Die Kinder sollen stärker gefördert werden und in dem Zug beschäftigen sich eine Sonderschau, ein Branchenforum und der Kongress des Vereins „Mehr Zeit für Kinder“ mit diesem Thema. Lernspielzeug wird auf dem deutschen Markt immer mehr nachgefragt. Doch dabei darf man die Qualität und das Herkunftsland nicht außer Acht lassen. Knapp zwei drittel aller Aussteller, der Nürnberger Spielwarenmesse, sind im Ausland angesiedelt. Vor allem der asiatische Markt wächst immer weiter und schneller.

Die 80.000 Besucher Marke wurde 2007 erreicht. Dieses Jahr will man diese Marke noch einmal überbieten und somit einen neuen Rekord aufstellen. Vor allem der osteuropäische Markt schickt immer mehr Besucher zur Nürnberger Spielzeugmesse. „Der herausragende Wachstumsmarkt für Spielwaren ist Russland mit einem Plus von 30 Prozent pro Jahr“, erläutert Kick. Die Märkte im westlichen Europa hingegen sind bis auf weiteres gesättigt.

Leider wird die Nürnberger Spielwarenmesse auch in diesem Jahr nur für das Fachpublikum erreichbar sein. Die meisten Aussteller sind auch der Auffassung, dass dieses Konzept genau das Richtige ist.

Ist Spielzeug mit CE-Kennzeichnung wirklich sicher?

Donnerstag, 3. Januar 2008

Noch immer fürchten einige Verbraucher chinesische Spielzeuge. Seit einer der größten Spielzeughersteller, die Rede ist vom US-Konzern Mattel, im August einige Spielzeuge zurück gerufen hat, sind die Verbraucher verunsichert. In Europa waren vor allem die Spielwaren von Fisher Price betroffen.

Das CE-Kennzeichen war bisher die sicherste Kennzeichnung auf importierten Spielzeugen. Das dachte der Verbraucher zumindest. Das CE-Kennzeichen wird von keinem Prüfer der EU vergeben, sondern vom Hersteller selbst. Im Allgemeinen sagt diese EU-Sicherheitsanforderung zwar aus, dass ein Spielzeug keine scharfen Kanten, keine entflammbaren Materialien und viele mehr beinhalten darf, doch ob dem wirklich der Fall ist weiß man nicht, denn die Hersteller können ihre Angabenblätter fälschen. Jedes EU-Land muss daraufhin eigenständig Kontrollen der Spielzeuge vornehmen. In Deutschland sind die Gewerbeaufsichtsämter für diese Tätigkeit zuständig. Sie werden von Geräteuntersuchungsstellen der jeweiligen Bundesländer bei dieser Arbeit unterstützt.

Nachdem Mattel bereits im August 21 Millionen gefährliche Spielzeuge vom Markt nahm, sah sich das Europäische Parlament dazu verpflichtet die Sicherheitskriterien weiter zu verschärfen. Mattel verlagerte bis zu 65% der kompletten Produktion nach China und von dort kam auch das gefährliche Spielzeug. Die Farbe des Spielzeugs enthielt teilweise einen erhöhten Bleigehalt, oder einige Spielzeuge enthielten kleine Magneten und andere Teile, die von Kindern leicht verschluckt werden konnten. Aufgrund dieses Vorfalls hat das Europäische Parlament im September abgestimmt, dass die Richtlinie 88/378/EWG von 1988 noch einmal überarbeitet werden soll. Vor allem „ein bedingungsloses Verbot für bestimmte gefährliche Chemikalien, wie z.B. alle krebserregenden, erbgutverändernden bzw. fortpflanzungsgefährdenden Stoffe der Kategorien 1, 2 und 3 und andere ähnliche besorgniserregenden toxischen Stoffe“, soll mit dem neuen Gesetz durchgebracht werden. Ende November wurde von der bulgarischen Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kunewa ein Aktionsplan zur Verbesserung der Sicherheitsrichtlinien im Bereich Spielzeugsicherheit veröffentlicht. Die Zusammenarbeit mit den USA und China besitzt weiterhin einen hohen Stellenwert, jedoch müssen die Kontrollen bereits bei der Herstellung verschärft werden. Eine 100%ige Sicherheit wird man dennoch kaum erzeugen. Im Endeffekt werden die Eltern dazu aufgerufen, ein Spielzeug vor dem Kauf genau zu begutachten und eventuell bereits zu testen. Denn ob das Fell eines Kuscheltieres sich ablöst oder das Spielzeug scharfe Kanten besitzt, kann man vor dem Kauf erkennen.