Ist Spielzeug mit CE-Kennzeichnung wirklich sicher?

Noch immer fürchten einige Verbraucher chinesische Spielzeuge. Seit einer der größten Spielzeughersteller, die Rede ist vom US-Konzern Mattel, im August einige Spielzeuge zurück gerufen hat, sind die Verbraucher verunsichert. In Europa waren vor allem die Spielwaren von Fisher Price betroffen.

Das CE-Kennzeichen war bisher die sicherste Kennzeichnung auf importierten Spielzeugen. Das dachte der Verbraucher zumindest. Das CE-Kennzeichen wird von keinem Prüfer der EU vergeben, sondern vom Hersteller selbst. Im Allgemeinen sagt diese EU-Sicherheitsanforderung zwar aus, dass ein Spielzeug keine scharfen Kanten, keine entflammbaren Materialien und viele mehr beinhalten darf, doch ob dem wirklich der Fall ist weiß man nicht, denn die Hersteller können ihre Angabenblätter fälschen. Jedes EU-Land muss daraufhin eigenständig Kontrollen der Spielzeuge vornehmen. In Deutschland sind die Gewerbeaufsichtsämter für diese Tätigkeit zuständig. Sie werden von Geräteuntersuchungsstellen der jeweiligen Bundesländer bei dieser Arbeit unterstützt.

Nachdem Mattel bereits im August 21 Millionen gefährliche Spielzeuge vom Markt nahm, sah sich das Europäische Parlament dazu verpflichtet die Sicherheitskriterien weiter zu verschärfen. Mattel verlagerte bis zu 65% der kompletten Produktion nach China und von dort kam auch das gefährliche Spielzeug. Die Farbe des Spielzeugs enthielt teilweise einen erhöhten Bleigehalt, oder einige Spielzeuge enthielten kleine Magneten und andere Teile, die von Kindern leicht verschluckt werden konnten. Aufgrund dieses Vorfalls hat das Europäische Parlament im September abgestimmt, dass die Richtlinie 88/378/EWG von 1988 noch einmal überarbeitet werden soll. Vor allem „ein bedingungsloses Verbot für bestimmte gefährliche Chemikalien, wie z.B. alle krebserregenden, erbgutverändernden bzw. fortpflanzungsgefährdenden Stoffe der Kategorien 1, 2 und 3 und andere ähnliche besorgniserregenden toxischen Stoffe“, soll mit dem neuen Gesetz durchgebracht werden. Ende November wurde von der bulgarischen Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kunewa ein Aktionsplan zur Verbesserung der Sicherheitsrichtlinien im Bereich Spielzeugsicherheit veröffentlicht. Die Zusammenarbeit mit den USA und China besitzt weiterhin einen hohen Stellenwert, jedoch müssen die Kontrollen bereits bei der Herstellung verschärft werden. Eine 100%ige Sicherheit wird man dennoch kaum erzeugen. Im Endeffekt werden die Eltern dazu aufgerufen, ein Spielzeug vor dem Kauf genau zu begutachten und eventuell bereits zu testen. Denn ob das Fell eines Kuscheltieres sich ablöst oder das Spielzeug scharfe Kanten besitzt, kann man vor dem Kauf erkennen.

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